Schmetterling und Taucherglocke

Gestern in “Schmetterling und Taucherglocke” im Rex-Kino in Endenich gewesen und dabei festgestellt, dass manchmal die paar Euro mehr im Kinopolis vielleicht doch nicht so verkehrt sind. Kein Popcorn, keine Nachos - aber viel schlimmer fand ich, dass sich um 21 Uhr eine riesige Ansammlung Menschen im Vorraum quetschten (und das, obwohl der Film eigentlich um 21 Uhr anfangen sollte!) und darunter einige “Erwachsene”, die es nicht für nötig hielten, an Ihrem Platz in der Reihe zu bleiben und sich dreist vordrängelten. Schlimm aber auch, dass ich zwei Becks gekauft habe und dann feststellte, dass es auch Flens gab ;)

Über den Film an sich muss ich nicht viel verlieren, ausser dass ich wirklich sehr begeistert war und die Kritiken zu Recht diese Collage aus wunderbaren Bildern über das Leben in hohen Tönen loben. Man sollte sich durchaus vorher bewusst machen, dass man keine leichte Kost serviert bekommt und das “Scaphandre et le papillon”, so der Originaltitel des Buchs Jean-Dominique Bauby’s von 1997, einen in die Welt Jean-Do’s eintauchen lässt und mitfühlen lässt. Miterleben bzw. verstehen kann man wohl kaum, wie sich Jean-Do gefühlt hat. Aber es wird einem “schlagartig” bewusst, wie wertvoll das Leben ist und wie sinnbefreit z.B. mancher Streit oder Lapalie im Nachhinein scheinen. Auf viele Dinge hat man im Leben keinen direkten Einfluss, so auch auf viele Krankheiten nicht. Andererseits kann man sicher vieles eben doch beinflussen und Jean-Do wird sich bewusst, dass er vielleicht einiges doch hätte anders gemacht. Für mich selber konnte ich die Erkenntnis mitnehmen, dass man sich darüber bewusst werden sollte, was man im Leben hat (vor allem im Bezug auf andere Menschen) und man dankbar dafür sein sollte. Jeder Tag könnte der letzte sein und vielleicht hat man dann nicht mehr die Chance, etwas richtig zu stellen oder zu ändern. “Ich will mich nie wieder beklagen”, empfand ich als eine der wichtigsten Sätze im Film und deckt sich mit meinem Lieblingsmotto “Jammern hilft nicht”. Man sollte mitnehmen, dass man die kleinen Dinge im Leben schätzen muss und bewusster leben sollte. Jean-Do hat dies erst durch seinen Schlaganfall begriffen.


About this entry