Langsamkeitsfetischisten
Vielleicht liegt es tatsächlich an mir und ich habe einfach noch nicht diese relaxte Gelassenheit - aber warum in alles in der Welt muss man als 5er-BMW-Fahrer um viertel vor zwölf nachts den gesamten Weg, den ich (mit “The Kooks” im Ohr) nach Hause fahren muss tachnonadelmarkierungsgenau 50 fahren, wenn weit und breit (vor allem breite Straße!) niemand zu sehen ist? Die Victoriabrücke ist keine Rennstrecke, aber wir sitzen auch nicht im Lifta-Treppenlift. Meiner Herren…
Da kribbelt es mir den ganzen Weg über in den Füßen und Fingern, aber nein! Ablenkung - anderer Radiosender. Der biegt bestimmt nächste rechts ab. Denkste- angetäuscht, dann doch gradeaus weiter. Dann kommt doch der guterzogene und vorbildhafte Autofahrer (Haha, Ich! Natürlich!) zum Vorschein. Teufelchen rechts, Engelchen links fahre ich mit runtergeschluckter Aggression und einer Dampfwolke, die man bis Köln-Kalk sieht, … nicht brausend vorbei. Aber nicht, weil ich ein danach schlaflose Nächte hätte, sondern weil ich immer glaube, dass sich nachts doch noch aus dem Nichts von irgendwoher Radarwagen hervortuen. Und da meine einzige dokumentierte Schandtat im Straßenverkehr sich auf eine 9 km/h-Überschreitung und einige Knöllchen am Rande beschränkt und es dabei auch bleiben soll - folge ich zähneknirschend bis vor meine Haustür. Mit hochgehaltener Nase versucht man dem Nachbar dann aus dem Weg zu gehen, wenn man selber zur Tür rein geht.
Und überhaupt war heute nun wirklich keiner dieser Tage, die man rot im Kalender umkringelt. Nein, heute war eher einer der Tage “erase and rewind”. Und die Tatsache, dass Sushi #1 und #6 meine Futterleckerbissen verschmäht haben zähle ich schon gar nicht mehr dazu. Auch, dass der Café Latte Cappucino von Emmi, dieses unwirklich süchtigmachende Gesöff, beim Plus um die Ecke nicht da war setzte dem ganzen dann doch die (Schaum)Krone auf.
Zudem habe ich heute festgestellt, dasss es scheinbar unmöglich ist, ein Foto einer “Katze im Sack” in druckfähiger Auflösung aufzutreiben. Stattdessen doktor ich jetzt an Jutesäckchen mit Kaffeebohnen rum, die mal zur Katze werden sollen. Nichtmal die wohlwollenden Versuche, teure Bilderagentur-Online-Kataloge zu durchwühlen in der vorgetäuschten Absicht, mehrere hundert Euro für ein Motiv abzudrücken, führte zu einem befriedigenden Ergebnis. Fragwürdig ist wohl, ob das hauptsächlich an den Katzen liegt, die nicht willig sind, sich in Säckchen ablichten zu lassen oder an der merkwürdigen Aufgabenstellung für ein Layout, die ich mir leidvollerweise auch noch selber gestellt habe. Ich tippe ja auf die Katzen.
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- Published:
- 31.01.07 / 1am
- Category:
- Agenturleben, Genervt, everyday life
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